Galerie
Werner Berg und Werner Scholz

Eröffnung: FR 25.04.2008 um 19.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 25.04. - 25.05.2008
Öffnungszeiten: DO - SO jeweils 16.00 bis 19.00 Uhr

ZWEI UNZEITGEMÄSSE

ZUR AUSSTELLUNG WERNER SCHOLZ & WERNER BERG

Diese Ausstellung vereint Arbeiten zweier im Geburtsjahr nur wenig auseinander liegender und in der künstlerischen Gesinnung weitgehend gleich gestimmter Künstler, die beide aus Deutschland stammten und früh in Österreich eine neue Heimat gefunden hatten: Werner Scholz (Berlin 1898 – Schwaz in Tirol 1982) und Werner Berg (Elberfeld 1904 – Rutarhof in Kärnten 1981). Beide gehörten einer Generation an, die noch vom (Spät-) Expressionismus geprägt war (Scholz vielleicht noch stärker als Berg), jedoch zu einer intensiveren Gegenstandstreue hinstrebte, einer Generation, welche die ganze Wucht der nationalsozialistischen Kunstverfolgung – in der alles, was irgendwie Begabung und Eigenart zeigte, als „entartet“ diffamiert wurde – zu tragen hatte. Und beide, die einander in Berlin Anfang der dreißiger Jahre kennen und schätzen gelernt hatten, waren kurze Zeit freundschaftlich verbunden. Dass dann die Versuche einander (und die Arbeit des jeweils anderen) tiefer verstehen zu lernen, fehlschlugen, ist vor allem die Schuld des überaus empfindsamen und verletzlichen Werner Berg, der in seinem Charakter noch schroffere Gegensätze vereinigte als der nicht ganz so radikal weltabgewandte Werner Scholz.

Ein eigenes Kapitel ist die Zeit der persönlichen Begegnung 1932-1934. Der ein wenig ältere Werner Scholz erscheint darin als der Gebende und Unkompliziertere, Werner Berg als der zwischen leicht entflammten Enthusiasmus und nicht immer begründeter Skepsis schwankende, leicht kränkbare Mensch, der seinen eigenen künstlerischen Weg (in Verbindung mir dem Aufbau einer bäuerlichen Existenz) mit großer Konsequenz und gegen alle Widerstände zu gehen unternimmt. Werner Berg hatte sich noch ausschließlicher und entschiedener einem Leben fernab der Zentren der Kunst zugewandt (ein Leben das ihn zwangsläufig auf die Darstellung der Dinge seiner täglichen Umgebung verwies), als der die Einsamkeit suchende, von Schicksalsschlägen heimgesuchte, in sich selbst versponnene Werner Scholz.

Bedeutende Künstler waren sie alle beide. Wenn man sich die Mühe macht näher hinzusehen, wird man grundsätzliche Unterschiede genug finden. Mögen beide Künstler heute unzeitgemäß wirken (ist „Zeitgemäßheit“ wirklich ein Wert?), sie sollten nicht vergessen werden.

Wieland Schmied

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