Öffnungszeiten: 28.11. bis 21.12.2008, DO bis SO, 16.00 – 19.00 Uhr
SEPP BAUMGARTNER
1901-1987
Geboren in Zirl als Bauernsohn, lernte er sehr früh die technischen Kniffe des Schnitzens, da es zu Hause üblich war, im Winter Krippenfiguren zu schnitzen. Er war fest entschlossen, Bildhauer zu werden und ging zu handwerklichen Bildschnitzern in die Lehre, u. a. zu Franz Kobald in Schwaz. Hier lernte er alle Geheimnisse der Holzbearbeitung.
1924 ließ er sich in der Akademie der Bildenden Künste in Wien einschreiben, sein Lehrer war Anton Hanak, ein echter Expressionist, sein Mitschüler Fritz Wotruba.
1929 ging Baumgartner als freischaffender Künstler nach Düsseldorf, wo Clemens Holzmeister an der Kunsthochschule unterrichtete, kehrte aber bereits 1930 nach Schwaz zurück, da ihm das Leben in der Stadt nicht behagte. Eine besondere von ihm beherrschte Technik war das Treiben von Figuren und Reliefs in Kupferblech.
Nach dem 2. Weltkrieg löste sich Baumgartner von der vielflächigen, unruhigen Holzplastik der zwanziger Jahre und der Penz-Nachfolge und fand zu großen monumentalen Formen mit expressiver Aussage.
Bekannte Werke sind auf dem Friedhof St. Martin in Schwaz „Der Auferstandene“ und die Tür zur Friedhofskapelle.
Sepp Baumgartner hat das geschafft, was Ludwig Penz durch einen frühen Tod verwehrt geblieben ist:
Die Anerkennung der neuen, vom Naturalismus losgelösten, expressiven Tiroler Bildhauerkunst.
PETER SCHNEIDER
1919-1965
Peter Schneider wurde am 10. März 1919 als sechstes und letztes Kind von Jakob und Gertraud Schneider in Brixlegg geboren. Seine Eltern betrieben in Zimmermoos bei Brixlegg einen Bauernhof, auf dem er aufwuchs und seine Kindheit verbrachte. In Zimmermoos besuchte er auch die Volksschule. Bis zu seinem neunzehnten Lebensjahr war er in der elterlichen Landwirtschaft tätig. Gleich zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er zur Deutschen Wehrmacht einberufen und an die Nordfront nach Norwegen verlegt. 1942 erlitt er einen Oberschenkelhalsdurchschuss und kam schwer verwundet ins Lazarett nach Heilbronn in Deutschland. Dort ermunterte ihn eine Krankenschwester, die im Zivilberuf Bildhauerin war, zu ersten Versuchen im plastischen Gestalten und weckte in ihm den Wunsch, selbst Bildhauer zu werden.
Als Kriegsversehrter aus dem Wehrdienst entlassen, schreibt er sich 1944 in die Kunstgewerbeschule in Innsbruck ein und erhält bei Prof. Hans Pontiller sein künstlerischesund technisches Fundament. Nach Abschluss der Gewerbeschule im Jahr 1948 arbeitet Schneider einige Zeit in einem Steinmetzbetrieb, wo er seine Kenntnis und sein Verständnis für dieses Material vertieft. 1952 geht Schneider an die Wiener Akademie und studiert dort bis Ende 1955 bei Prof. Franz Santifaller und Prof. Fritz Wotruba. Am 28. Februar 1956 erhält er sein Diplom zum akademischen Bildhauer.
1951 lernt Schneider seine spätere Frau Maria kennen, die er am 2. Mai 1955 heiratet. Im selben Jahr noch lassen sie sich in Kramsach nieder. 1957 erwerben sie im Ortsteil Wittberg ein Bauernhaus, das ihnen beiden fortan als Wohnstätte und Schneider als Atelier dient. 1956 wird ihr erstes Kind Johannes, 1958 Tochter Gertrud und 1963 ihr zweiter Sohn Martin geboren.
1962 erfolgt ein tragischer Schicksalsschlag. Bei einer Untersuchung wird bei Peter Schneider Leukämie diagnostiziert, die ihn zu häufigen Krankenhausaufenthalten zwingt. Drei Jahre später hat er den Kampf gegen die Krankheit verloren. Peter Schneider stirbt 46-jährig am 2. September 1965 in der Innsbrucker Klinik.
Schneider war Zeit seines Lebens ein stiller, religiös tief empfindender Künstler und Mensch. Spektakuläres, Lautes und Schrilles waren ihm fremd. Seine künstlerische Inspiration fand er in sich selbst, seiner Familie und seinem Glauben, der ihm eine zeitlose Sicht auf die Welt und ihre Erscheinungen ermöglichte. Er war nie bereit, Modetrends in der Gegenwartskunst nur um ihrer momentanen Aktualität willen mitzumachen, obwohl er an allen zeitgenössischen Strömungen interessiert war und häufig Ausstellungen im Inland, aber auch in Deutschland, der Schweiz und Italien besuchte.
Er war ein überaus fleißiger, ja geradezu besessener Arbeiter, der zu ahnen schien, dass seine Zeit beschränkt war. Selbst in den letzten Wochen seines Lebens arbeitete er noch in seinem Krankenzimmer in der Innsbrucker Klinik. Sein Arbeitseifer machte ihn zum Einzelgänger, der auf Integration ins dörfliche Leben mit seinen Vereinen und Verbänden wenig Wert legte, ein Verhalten, das ihm nicht nur Freunde gemacht hat. Das Misstrauen und Unverständnis, mit denen ein zeitgenössisch und modern arbeitender Künstler am Land ohnehin zu kämpfen hatte, wurde dadurch noch verstärkt. Es waren im Ort nur wenige, die sich zu seinen Lebzeiten für seine Arbeit interessierten.
ERNST INSAM
Geboren wurde der Maler am 6. Juni 1927 in Kitzbühel.
Der harten Zwischenkriegszeit entsprechend, verlebte Insam eine kärgliche, wenngleich durchaus nicht unglückliche Jugend. Nach dem Pflichtschulbesuch begann er eine Lehre in einem Elektrofachgeschäft und schloss diese mit dem Gesellenbrief ab. Allerdings gehörte schon damals seine Liebe der Malerei. Im Zweiten Weltkrieg wurde Insam zur deutschen Wehrmacht eingezogen und kehrte erst 1946, nach einjähriger Gefangenschaft, wieder heim. Dann aber stand sein Entschluss endgültig fest, Maler zu werden und an der Akademie der Bildenden Künste sowie jener der angewandten Kunst in Wien zu studieren. In der Notzeit der Nachkriegsjahre war das Leben in Wien ein schwieriges Unterfangen. Zudem stand die bildende Kunst in Österreich an einem Nullpunkt. In der Bibliothek der Akademie war so gut wie nichts über moderne Malerei zu finden, nicht einmal über die damalige Galionsfigur der Moderne, Picasso, war etwas präsent.
Die Professoren Elsner und Pauser wurden Insams Lehrer, der obligate Abendakt bei Boeckl wurde besucht, Professor Kuchlin machte ihm den Weg frei zum Tachismus. Die engsten Freunde der damaligen Zeit waren die Tiroler Maler Norbert Drexel, Elmar Kopp und Oswald Oberhuber.
1954 lernte Insam in Wien seine erste Frau, eine Norwegerin, kennen. In den folgenden Jahren lebte er teils in Oslo, teils in der Schweiz, dann wieder in Wien. Der Ehe entstammten zwei Töchter. Die langen Zeitspannen seiner Abwesenheit von der Familie brachten eine Entfremdung mit sich, die Ehe wurde in beiderseitigem Einvernehmen getrennt, ohne dass damit auch die freundschaftliche Bindung der Partner aufgehoben worden wäre.
Seit Mitte der fünfziger Jahre entstehen Tausende Bilder, die Insam teils wieder übermalt, nicht selten aus Platz- und Materialmangel. Dem Aquarell gehört die besondere Liebe des Malers. An die hundert Ausstellungen machen seinen Namen allmählich bekannt. Dabei sucht Insam weniger den Kontakt zu den großen Galerien, sondern zeigt seine Werke lieber dort, wo er dem einfachen Volk näher kommt. Kunst und Kommerz, ist für Insam kein Tabu. Er scheut sich weder über seine Tätigkeit als Werbedesigner und Grafiker zu sprechen noch zu sagen, dass diese Arbeit über viele Jahre seine Existenzgrundlage gebildet hat.
1968 gründet er mit seiner zweiten Frau in Wien die Modern Art Galerie, die noch immer seinen Namen trägt.
In Kunstkreisen hingegen findet er mehr und mehr Anerkennung. 1991 verleiht ihm der Bundespräsident den Berufstitel Professor.